Dankbarkeit…

4. & 5. März 2025

Irgendwie hatte der gestrige Tag zuwenig Stunden für mein Pensum.

Morgens fiel mir schon der Schlüssel aus der Hand. Scheiß Erdanziehungskraft… Volles Wartezimmer, naja so vergeht wenigstens die Zeit schneller. Mittags sollte der Strom abgestellt werden bis 16 Uhr. Kein Problem, die Sprechstunde fängt ja erst 16.30 Uhr an… Natürlich war der Stromanschaltungsmann nicht pünktlich und wir saßen mit Kerzen und Handylicht da… Irgendwann kurz nach halb 5 geht alles wieder, nur leider verbinden sich die PC`s nicht mehr mit dem Server. Na suuuuuuuuper. Also nach alter Väter Sitte alles per Hand aufgeschrieben. Jippieh, was für ein Ausblick für den nächsten Tag. Alles nacharbeiten. Da hilft auch Schönreden nichts mehr.

Danach noch mit Hund im Schlepptau zum Gruppentreffen der Besuchshundeführer beim ASB in Kiel. Ein Lichtblick – es gibt Pizza und Apfelschorle. Ich habe neue Arbeitskleidung und ein offizielles Schild für die Frontscheibe fürs Auto bekommen. Dafür sind wir erst zu (für mich) nachtschlafener Zeit wieder zuhause. Dem Gatten schnell ein Hallo zuwinken um ihn nicht beim Zocken zu stören und ab ins Bett. Göttlich… I love my Boxspringbett.

Der heutige Tag verspricht etwas besser zu werden. Zumindest bis ich das Handy aus dem Flugmodus zurückhole und die Krankmeldung meiner Kollegin sehe. Moment, ich mach nochmal die Augen zu und gebe den Tag zurück. Der ist gebraucht, den will ich nicht. Leider kommt weder Motivation vorbei noch klingelt jemand, der für mich zur Arbeit fahren will. Also doch aufstehen, Kaffee in die Futterluke schütten und ab die Post. Nützt ja nix.

Um halb 11 hab ich meinen Schreibtisch tatsächlich leer und alles abgearbeitet. Das ich das noch erleben darf. Gefühlt hab ich 100 Patienten Blut abgenommen und 50 EKG`s geschrieben. Der Zeiger der Uhr nähert sich viel zu langsam der 12 Uhr Marke. Feierabend. Also der 1. Feierabend, nun gehts noch bei mir weiter mit einer Massage. Mein Tinnitus dröhnt und kreischt in meinen Ohren. Mann hab ich Bock…

Zuhause den Schalter umgelegt und Freundlichkeit angeknipst. Meine Kundin war das letzte Mal vor 2,5 Jahren bei mir und hat seitdem einiges erlebt. Unter anderem hatte sie während einer Krankheit eine Nahtoderfahrung. Irre. Und sehr spannend. Gehört habe ich darüber schon von anderen Leuten, jeder berichtet etwas anderes und trotzdem gleicht sich das Meiste. Auftrag für die heutige schamanische Massage „herausfinden was der Sinn der schweren Erkrankung war“.

Dieser Termin war allerdings in der Rückschau dann auch wirklich anders als alles, was ich bisher gemacht habe. Statt sanften Entspannungsklängen mache ich heute eine Breathwork Playlist an. Harte Beats gemischt mit ruhigen Songs um in eine Trance zu kommen und so aufs Unterbewusstsein zuzugreifen. Ich bin voll im Film und massiere vor mich hin. Gar nicht so einfach Dinge wahrzunehmen bei dem Lärm. Am Ende nochmal eine halbe Stunde runterkommen und die Kundin den Berührungen nachspüren lassen.

Nachgespräch, meine Wahrnehmungen passen und machen für meine Kundin Sinn. Ich kann ein paar Ideen und Gedanken mit auf den Weg geben und bekomme das beste Feedback „das war genau das, was ich jetzt gerade gebraucht habe in meiner Situation“. Wow, wie schön, ich könnte schonwieder heulen vor Glück.

Nu aber wirklich Feierabend. Fix die Hunde angeschirrt und noch einen Spaziergang bei dem herrlichen Wetter machen. Der Gatte hat mal wieder Zeitdruck, also wirds heute nur eine kurze Runde. Morgen ist schon Donnerstag, das Wochenende naht unaufhaltsam und dann gehts wieder mit Gepäck los und große Runden drehen. Schließlich geht der StrongDog weiter und uns fehlt noch die 15 km Distanz…

Fazit: wir sollten viel öfter für die kleinen Dinge im Leben dankbar sein. Gesundheit, ein Dach überm Kopf, ein warmes Bett, Zeit zum Genießen und und und…


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