Wenn einer eine Reise tut…

12. April 2025

Genau vor 2 Jahren, am 12. April 2023 hab ich mich aufgemacht die weite Welt zu erkunden.

Der erste richtig große „Urlaub“. Eine Wanderung in Peru mit einer Gruppe Q’ero Schamanen und meinem Mentor Alberto Villoldo.

So richtig weit weg und ganz allein (der Angetraute wollte nicht mit, ist ihm alles zu wunderlich und esoterisch) 😱 Mich allein durch fremde Länder schlagen mit rudimentären Spanischkenntnissen (mit Englisch kam ich am Ende auch super durch 🤣), ein abenteuerlicher Langstreckenflug nach Lima und von dort weiter nach Cusco. Aber ich bin ja tough, ich wuppe das schon 💪🏻

Entgegen der Aussage der netten Damen am Hamburger Iberia Check-In Schalter, wurde das Gepäck natürlich NICHT bis Cusco durchgeshuttelt, sondern musste in Lima abgeholt und neu eingecheckt werden. Zum Glück hatte ich das irgendwie bei anderen Reisenden aufgeschnappt, sonst hätte ich in Cusco ganz schön blöd aus der nicht mehr vorhandenen Wäsche geguckt. Nach 17 Std Langstreckenflug war ich doch etwas kaputt, vielleicht hatte ich mich ja auch nur verhört, bin aber doch lieber zum Gepäckband gegangen. Von den Bediensteten konnte mir auch keiner wirklich was Aufschlussreiches sagen.

Mein Zwischenstopp in Lima war etwas über 2 Stunden. Wer mich kennt weiß, dass ich Geduld nicht für mich gepachtet habe und wenn dann noch Zeitdruck dazukommt, werde ich leicht nervös und panisch. Da war es nicht unbedingt hilfreich, dass hinter mir plötzlich ein Polizist mit einem gelangweilten Drogenspürhund rumstand und nach verdächtigen nervösen Passagieren Ausschau hielt 🙀🙀🙀

Dann den Koffer neu einchecken, nochmal durch die Sicherheitskontrolle und Befragung durch einen Beamten, was ich in deren Land will und wielange ich vorhabe zu bleiben. Wie schon in einem früheren Blogbeitrag erwähnt, gucke ich ja ganz gerne mal Border Patrol Sendungen. War also relativ vorbereitet. Aber wenn man da dann so steht und angestarrt und ausgefragt wird, ist das doch nochmal ne andere Hausnummer. Aber alles ist glatt gegangen, ich war offensichtlich vertrauenswürdig und ich habe meinen Einreisestempel und auch den Anschlussflug ganz entspannt bekommen.

Dankenswerterweise hatte Lantam Airlines in Cusco von meinen 4 Kofferrollen wenigstens 3 drangelassen, damit ich mit dem schlingernden Koffer in die peruanische Weite wackeln konnte. Der Flughafen liegt mitten in der Stadt, sieht aber aus als wenn da maximal eine Cessna landen kann. Völlig surreal so am anderen Ende der Welt.

Da stand ich nun in meiner vollen Pracht…

Genau zu dieser Zeit gab es in Peru Unruhen, das Auswärtige Amt hatte Reisewarnungen für meine Region ausgegeben und es ist schon ein merkwürdiges Gefühl, wenn da vor einer Mauer ein schwerbewaffnetes vermummtes SWAT Kommando steht mit Maschinengewehren im Anschlag und allzeit schussbereit.

Schlau wie ich bin, hatte ich mir vorab ein Taxi gebucht, was mich zu meinem Hotel in der Stadt kutschierte. Golden Inca… Ein großer Name. 3 Sterne… Nach landestypischer Bewertung… Da saß ich nun und traute mich nicht raus weil mich ja jemand überfallen und ermorden könnte und hatte gleichzeitig Angst, dass giftige Spinnen oder Schlangen durchs offene Fenster in mein Zimmer kommen könnten, also bei 35 Grad das Fenster zugemacht. Angst frisst Hirn sagt man ja so schön.

Alles nett und gut. Ich war kaputt, also erstmal ins Bett und ne Runde schlafen. Am nächsten Morgen sollte ja auch schon um 5 Uhr morgens mein Guide kommen und für die gebuchte Wanderung zum heiligen Berg Ausangate abholen. Der Mensch am Empfang bot mir Koka Tee an, nö brauche ich nicht. Will nur schlafen. By the way werden Koka Tee, Koka Lutschbonbos und Koka Blätter in der nächsten Tagen meine besten Begleiter.

Zuviel davon macht allerdings Flitzekacke, was wiederum nicht so gut ist, wenn man sich bergab auf einem Pferderücken befindet (weil bei eigener körperlicher Anstrengung der Kreislauf wegkippt) und man noch 5 Minuten Fußweg vom Abstiegsplatz bis zum Lokus hat, da irgendwelche Klohüterinnen sitzen, die auch noch Kohle haben wollen und abgezähltes Klopapier aushändigen 💩💩💩 Interessierte mich alles nicht. Hab ich hinterher geregelt 😮‍💨 Ich glaub die haben kontrolliert ob die Schüssel noch steht als ich raus war, aber in so einem Notfall ist die Geräuschkulisse nebensächlich 😮‍💨 Die Damen waren auf jeden Fall sehr belustigt. Aber ich greife vor…

Am Ausangate- Morgen war ich dank Jetlag mehr als rechtzeitig wach. Nur war mir irgendwie wunderlich. Kopfschmerzen, schlecht, bäääääh. What the f… Koka Tee machte es nicht besser und mein Guide guckte recht ungläubig, als ich ihm erzählte, dass ich erst am Vortag nachmittags angekommen bin.

Da ich in Geografie immer Kreide holen war, war mir nicht ganz klar, dass Cusco schon auf ca. 4000 m Höhe liegt, was bei ungenügender Akklimatisierung zu oben aufgeführten Unpässlichkeiten führen kann. Hannibal (der Guide) schüttelte nur mit dem Kopf und meinte ich hätte statt Bergwanderungen mal lieber das Tal besichtigen sollen 🤷‍♀️ Pfffff… Ich bin tough und wuppe das.

Wir waren eine kleine Gruppe von 3 Mädels mit 3 Guides, auf der 3 stündigen Autofahrt haben wir alle nochmal schön geschlafen und irgendwann waren wir am Berg angekommen. Herrliches Wetter, aber kaaaaaaalt 🥶🥶🥶

Raus aus dem Auto, 5 Schritte gegangen… Boah war mir schlecht 🫩 Und dann sollten wir auch noch Frühstück essen 🤢 Ich habe mir irgendwas reingequält, etwas getrunken und bin raus um mir alles nochmal durch den Kopf gehen zu lassen 🤮

Egal. Der Trip war teuer und wird jetzt durchgezogen 💪🏻

Leider wollte mein Körper da aber nicht mitmachen. Hannibal hatte ein Pulsoxymeter dabei, welches nur noch 75% Blutsauerstoff anzeigte. Normal sind 96-98%. Also wurde kurzerhand ein Pferd organisiert, welches von einem ca. 80 jährigen Mann geführt wurde. Da kommt man sich ganz schön blöd vor… Aber sobald ich abstieg und nur ein paar Meter laufen wollte, schaltete mein Kreislauf komplett um und ließ mich im Stich. Also lieber wieder aufsitzen, so konnte ich die Tour wenigstens etwas genießen. Fühlte mich aber wie der absolute Oberlooser vom Dienst.

Nach der „Wanderung“ kippte mich die Reisegesellschaft vorm Restaurant ab, wo es noch ein schönes Mittagessen gab. Als wir wieder im Van saßen, fing es plötzlich wie verrückt an zu schneien und ich hab mich schon auf dem Berg überwintern sehen 🙀

Zurück in Cusco konnte ich gegen ein kleines Entgelt den Fahrer überzeugen mich vor meinem Hotel abzusetzen. Man erinnere sich an Überfall, Mord und Unruhen laut deutscher Medien… Ich hätte wirklich gern was von der Stadt und Architektur gesehen und ärgere mich bis heute, dass ich mich nicht rausgetraut habe. Allerdings muss ich zu meiner Entschuldigung sagen, dass ich kein Handynetz hatte (nur im Hotel gab’s WiFi), somit kein Navi um mich irgendwie zurechtzufinden oder geschweige denn jemanden anrufen zu können. In meiner Eile am Flughafen habe ich den Stand übersehen, an dem man eine peruanische SIM Karte für Touristen hätte kaufen können 🤷‍♀️ so kann’s gehen und plötzlich ist man lost am anderen Ende der Welt…

To be continued…

auch in Peru gibt’s Pusteblumen

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