Das nächste Abenteuer…

6. Juni 2025, Malmö-Ängelholm-Farhult

So wie uns Travemünde gestern Abend entließ, begann auch der Morgen in Malmö. Mit Regen ☔️

Nach einer unruhigen Nacht, weil das Hundekind die Schiffsmotoren gruselig fand und alle Nase lang aufgesprungen ist um sich wieder hinzulegen, sind wir überpünktlich um 7 Uhr in Malmö gelandet. Abgeholt vom Shuttlebus, damit man da nicht herrenlos im Hafengebiet herumirrt, endeten wir an der Schranke der Ausfahrt und wurden rauskomplimentiert. Mit uns war eine nette deutsche Familie, die ein Haus in Småland haben und dorthin wollten. Der Vater sprach gut schwedisch und organisierte ein Taxi für uns. Mega lieb. Vorher wurde ich aufgeklärt, dass heute der schwedische Nationalfeiertag ist und keine Busse fahren 😦

Yuna konnte sich im Taxi dann endlich entspannen. Die Geräusche sind ja bekannt und keine Gefahr ☢️ Ich beglückwünschte mich zur Taxiwahl, weil der Weg doch echt lang war. Sah auf der Karte irgendwie kürzer aus 🤔 Am Bahnhof angekommen hab ich schnell unser Zugticket nach Ängelholm gebucht, sogar 1 Std früher als geplant, weil ich mit großer Zollkontrolle der Hundepapiere gerechnet hatte. Aber selbst die Zöllner hatten keinen Bock bei dem Wetter.

Ich hatte gestern Vormittag nochmal spontan meine ganze Tourenplanung, an der ich by the way wochenlang gebastelt habe ☝🏻, über den Haufen geworfen und wollte nun doch direkt an der Küste lang wandern von Ängelholm nach Malmö. Ich bin ja doch eher der Wassertyp und diese Route war eigentlich von Anfang an mein Favorit. Leider habe ich nun überhaupt keinen Plan wo es Shelter, Wasser und Toiletten gibt. Aber wenn nicht gerade Feiertag ist, kann ich wenigstens jeden Tag irgendwo was einkaufen oder essen gehen. Man wächst mit seinen Herausforderungen 🥵

In Ängelholm gelandet, hab ich erstmal die Behindertentoilette für 10 SEK gebucht (selbst die kann man mit Visakarte bezahlen… Unglaublich) und habe mich erstmal regenfest angezogen. War ja diesmal schlauer und habe Regenhose und Regenjacke eingepackt samt Regenhülle für den Rucksack, die natürlich mit allem Gebimsel und Gebamsel sehr straff saß. Wär also doch der Poncho die bessere Wahl gewesen. Wie mans macht ist’s verkehrt 🤷‍♀️

Endlich fertig sind wir dann losgestiefelt. Treffender wäre der Hit von Tokio Hotel gewesen „durch den Monsun“. Irgendwann wurde der Regen dann weniger. Das war auch der Moment in dem mir siedend heiß auffiel, dass ich Yunas Maulkorb irgendwo verloren habe 😱 Scheiße. Kurz hab ich überlegt mich damit abzufinden, aber falls ich unverhofft doch mit Bus oder Bahn fahren müsste wär das richtig blöd. Also zurückgelatscht und Petrus gab nochmal alles für uns. Jippieh 🤬 Zum Glück habe ich den Maulkorb gefunden. Er lag vor dem Bahnhof, mitten im Weg. Das brachte uns immerhin 2 Bonuskilometer ein…

Noch gar nicht raus aus Ängelholm waren wir beide schon pitschenass. Meine Wanderstiefel durch und meine Füße mal wieder nass, meine 15.000 mm Wassersäulenregenjacke und somit auch mein Pullover komplett durch, aber zumindest hielt die Regenhose dicht. Immerhin. Ein inneres Fest war mir meine Geistesgegenwart, die mir auf der Bahnhofstoilette zuflüsterte ich solle doch die Daunenjacke ausziehen. Die war also schön trocken im Rucksack und würde mich nach der Ankunft, wo auch immer, etwas wärmen.

In Utvälje setzten wir uns in eine Hütte des örtlichen Angelvereins und schauten dem Regen beim Fallen zu. Es war 12 Uhr. Gegen 15 Uhr sollte der Regen zu Wind werden. Das war doch schonmal eine Aussicht. Kurz nach halb 1 wurde der Regen weniger, ich warf mich wieder in meine triefende Jacke und fasste den Entschluss noch maximal bis zum nächsten Shelter zu gehen und nicht noch die 4 weiteren km bis ans Etappenziel in Jonstorp.

Tatsächlich hatte es aufgehört zu regnen, zwischendurch kam ein bisschen Wind auf, der meine Jacke trocknete. So lässt es sich marschieren. Über Kuhweiden samt Siesta haltenden Kühen und durchs Naturschutzgebiet ging es weiter Richtung Jonstorp. Ein paar nette Gespräche mit Anwohnern hatten wir auch unterwegs. Wäre in Germany nicht so richtig möglich. Alle supernett und interessiert was wir hier machen bei dem usseligen Wetter.

Die letzten km zogen sich wie üblich. Meine Füße taten weh und ich wollte einfach nur noch ankommen. Rücken, Schulter, Kopfschmerzen… Ich bin ein Wrack. Zum Glück kam dann die Hütte in Sicht. Was für ein Riesending. Ich hatte mit etwas Kleinerem gerechnet. Stattdessen gibt’s (fast) richtige Betten und ich brauche nicht extra mein Zelt aufzubauen. Hoffentlich verschonen uns die Krabbeltiere und Mücken 🦟

Erstmal häuslich eingerichtet, Trinkwasser aufgefüllt und bisschen runterfahren. Meine Uhr stellte eine abnorm hohe Herzfrequenz fest und meinte mein Blutsauerstoff wäre zu niedrig 🙄 Technik die begeistert…

Dann gab’s was zu essen für den Hund und BW Gulaschsuppe für mich. Gar nicht mal so unlecker. Die kostenlose Aussicht dazu ist auch ganz nett.

Jetzt stehen meine Schuhe draußen im Wind und ich hoffe auf baldige Trocknung, damit ich hoffentlich nicht morgen früh in nasse Schuhe klettern muss. Yuna schnarcht schon und ich werde gleich mal meinen Tolino bemühen. Witzigerweise gibt’s in dieser Hütte im Nirgendwo 2 USB Steckdosen zum Handy laden. Darfste auch keinem erzählen 🤣🤣🤣


Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar