
9. Juni 2025, Möllehässle-Höganäs-Domsten
Nach einer sehr ruhigen Nacht voller Tiefschlaf und Erholung in einem richtigen weichen (aber durchgelegenen) Bett 🛌 , begann der heutige Tag mit Sturm… Immerhin ist kein Regen erwartet. Den heben wir uns nämlich für morgen auf.
Frühstück und Chai Latte aus dem Shop geholt, den Bungalow saubergemacht und die Möglichkeiten für den heutigen Tag sondiert.
Wir cheaten ein bisschen und fahren bis Höganäs mit dem Bus. Leider gabs im Shop des Platzes kein Hundefutter. Das müssen wir nun noch besorgen, dazu ein paar Leckerlis und dann geht’s weiter zum Shelter Domsten. Die 10 km dann aber zu Fuß. Dafür sind wir ja schließlich hier.
Spätestens morgen in Helsingborg werde ich dann wohl einen Outdoorshop besuchen müssen um eine neue Isomatte zu kaufen, wenn sich in Höganäs nichts findet. Und laut Google sieht das eher nicht so aus 🤷♀️ Vielleicht tut es meine Angeschlagene ja auch noch eine Nacht 🤔
Zum Glück ist Pfingstmontag in Schweden kein Feiertag und unser Bus hielt genau gegenüber vom Lidl in Höganäs, die mir auch netterweise Schrabbel-Hundefutter und ein paar Kaustangen verkauften. So sind wir erstmal wieder 2 Tage safe und keiner wird verhungern 💪🏻 Eine Isomatte gabs leider nicht 🤷♀️ Naja, ich schlafe ja gern etwas härter. „Wird schon“ würde mein Göttergatte sagen. Wat mutt dat mutt.
Zu meinem Unglück kaufte ich auch noch eine kleine Flasche Selter. Nach einem großen Schluck hatte ich irgendwie Magendruck. Unangenehm, aber nichts Ernstes.
Der Ernstfall kam natürlich erst und postwendend, als ich an allen öffentlichen Toiletten vorbei war 💩 Es rumpelte in meinem Gedärm und mit hilfesuchendem Blick überredete ich einen Kioskbesitzer mir seine Personaltoilette zu überlassen. Ich muss schon ziemlich gequält ausgesehen haben… Du meine Güte, das war Hilfe in letzter Sekunde 😮💨 Hatte ich Loperamid eingepackt??? 🤔 Ich war mir nicht mehr sicher. Wenn ja, wo könnte ich es hingetan haben? Rucksack aufgemacht und mühsam Regenhose und Jacke festgehalten. Da, mein 1. Hilfe Paket. Vielleicht habe ich Glück 🍀 Fast wären noch meine Kompressen und Blasenpflaster weggeflogen, aber in der Tiefe fand ich 2 Tabletten Loperamid. Puuuuuh Gott sei Dank 🙏🏻 Schnell eine eingeworfen, wieder angeplünnt und weiter. Das Leben ist schließlich kein Ponyhof.













Die letzte öffentliche Toilette vor Viken war dann nochmal unsere. Erstmal den Windbreaker rausgerupft und angezogen. Meine leichte Daunenjacke war doch nicht so windfest wie ich dachte. Halstuch an, Mütze auf und ab dafür.
In Viken gab es dann am Hafen echt einen offenen Kiosk und ich gönnte uns erstmal lecker Essen. Wie exquisit doch eine warme Ofenkartoffel mit Shrimps 🦐 und ein paar Salatblättchen sein kann 😍 Für Yuna gab’s ein Pupcup Hundeeis und für den diebischen Raben 🐦⬛ einen meiner Shrimps als ich eine Sekunde nicht aufgepasst habe. Wie bei uns die Möwen, die Pommes und Fischbrötchen stibitzen. Und dann saß der Vogel ganze Zeit auf dem Dach und beobachtete mich beim Essen. Ein bisschen wie in Alfred Hitchcocks „die Vögel“ dachte ich.




Nach ehrlich genossenem Mahl ging’s mit vollem Magen weiter Richtung Shelter. Natürlich nicht ohne ein paar Regentropfen, aber die waren nicht der Rede wert und auch gleich wieder vorbei. Kurz dachte ich, dass der Wind etwas nachgelassen hat, aber auch nur solange wir am Hafen unterwegs waren.
Die letzten Kilometer Richtung Domsten liefen sich einfach, nur ließ sich der Shelter nicht finden. Lustigerweise war ich hier letztes Jahr schon mit Reica und JarJar mitm Camper gewesen. An den Strandabschnitt erinnerte ich mich sofort, weil wir da abends noch spazieren waren und man dort mitm Camper nicht stehen durfte. Als ordentlich indoktrinierter Deutscher habe ich dies natürlich auch nicht getan sondern mir einen anderen Platz gesucht.
Laut Karte sollte der Shelter noch ein Stück weiter sein, aber irgendwie war ich mir unsicher und fragte dann doch einen rasenmähenden Herrn nach dem Weg. 2 Hügelchen weiter kamen dann auch die beiden Hütten in Sicht. Endlich mal ein Shelter mit Aussicht. Und wie gewünscht sind wir ganz allein hier und müssen uns die Hütte nicht mit anderen teilen. Einzig die Toilette ist ein ordentliches Stück weg 🙄 Heißt wohl wieder anhalten bis die Blase platzt…
Leider stehen die Hütten beide total im Wind. Ich bekam kaum das Zelt aufgebaut und habe mittlerweile doch ein bisschen Bedenken ob das den Sturm aushält 🤔 Lt Wetterapp soll der Wind gegen 19 Uhr nachlassen und sich heute Nacht dann mit Regen abwechseln. Solange der nicht direkt von vorne kommt soll mir das ja Recht sein.










Nach 2 Esbitwürfeln um 250 ml Wasser im Wind zum Kochen zu bringen, gab es dann doch noch die 5 Minuten Terrine, dazu die beiden Brötchen von heute Morgen und Leberwurst. Bis auf die Terrine durfte ich alles mit dem Hund teilen. Allein essen wär ja auch doof.
Habe das Zelt nochmal rumgedreht und in die windgeschütztere Ecke bugsiert. So könnten notfalls noch 2 oder 3 weitere müde Wanderer mit mir unter einem Dach nächtigen. Zwar haben wir nun keinen Blick mehr aufs Wasser, aber auch nicht den Wind frontal auf dem Zelt. Außerdem hab ich dem Hund den Schlafsack geklaut und ihn ausgebreitet als Nachtlager für mich. Ist breit genug für uns beide und Teddyfleece unterm Hintern ist auch nicht verkehrt. Immernoch ziemlich hart, aber besser als nix. Dafür teile ich wiederum mit Yuna meinen Schlafsack. Sie soll ja auch nicht leben wie ein Hund 🫣

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